Daseinsanalyse nach Medard Boss

Die Daseinsanalyse ist eine spezielle Richtung der Psychoanalyse, die von Ludwig Binswanger und M. Boss begründet wurde. Sie basiert auf dem philosophischen Gedankengut von Martin Heidegger. L. Binswanger und M. Boss haben allerdings einige wichtige Konzepte von S. Freuds Theorie grundlegend anders definiert. Die Daseinsanalyse ist phänomenologisch ausgerichtet, d.h. auf die in der Aussenwelt konkret erkennbaren Phänomene. Damit werden Begriffe wie S. Freuds „Unbewusstes“ oder C.G. Jungs „Archetypen“ verworfen. Sie basiert auch auf einem anderen Menschenbild.

Die Daseinsanalyse versteht Leidenssymptome nicht in erster Linie als Störungen oder Defizite, sondern als wichtige Hinweise auf oft noch nicht bewusste, zentrale Anliegen. Leidenssymptome werden nicht nur auf bestimmte Kindheitserfahrungen der Patientin zurückgeführt, sondern auch als heutiges, existentielles Leiden am „Mensch-Sein“ (an den eigenen Wünschen und Grenzen) begriffen.

Die Daseinsanalyse arbeitet mittels des „analytischen Gesprächs“, welches eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Leiden bzw. den darin verborgenen Konflikten, Ängsten und Wünschen ermöglichen soll. Dabei wird auch der Traumdeutung grosse Bedeutung beigemessen. Ziel ist ein verändertes emotionales und kognitives Selbstverständnis.
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